Zwischen dem elften und dem 16. Monat sind die Kinder gewöhnlich in der Lage, die ersten freien Schritte zu machen und zu gehen. Die Vorraussetzungen dazu erwirbt das Kind bereits in den Monaten davor:
Es setzt sich auf
Es krabbelt
Es stemmt sich an Schubladen, Stühlen oder Ähnlichem hoch Es tastet sich und läuft an einer Griffleiste oder einer niedrigen Tischkante usw. entlang
Mit einem Jahr kann ein Kind schon recht lange stehen, wenn es sich irgendwo festhalten kann. Die meisten Kinder können auch kurz ohne Stütze stehen und mit Hilfe anderer laufen. Bei all diesen Entwicklungsschritten bis hin zum freien Laufen kann man die vielen einzelnen Teilschritte beobachten und mit der Videokamera oder auf Fotos festhalten. Der Spaß beim Betrachten nach einigen Jahren ist gesichert. Die bewusste Beobachtung und die Dokumentation der einzelnen Stufen ist eine gute Hilfe für das einfühlsame Verstehen der Entwicklung. Vielfältige Versuche, kleine Fortschritte, die Beharrlichkeit des Kindes kann man beobachten, auch die vielen Korrekturen, wenn ein Versuch nicht zum Ziel geführt hat. Ähnliche Beobachtungen können sie auch in anderen Lernfeldern machen. Ein Kind muss sich jeden Schritt erarbeiten und immer wieder Verbesserungen erproben. Es kann dabei kleine Hilfen des Erwachsenen brauchen, seine eigene Initiative darf aber nie eingeengt werden. Schnelles Lernen bedeutet manchmal ein Überspringen einzelner Teilschritte, sodass später das selbstverständliche Zusammenwirken der Teilschritte bei bestimmten Aufgaben fehlt. So gilt beispielsweise das flinke Krabbeln des Babys als Zeichen dafür, dass die Steuerung der rechten und der linken Körperhälfte einschließlich der zugeordneten Hirnhälften reibungslos gelingt.